Der "Blaue Mond"

Der "Blaue Mond" über dem Selfkant
Der "Blaue Mond" über dem Selfkant

 

 

(Info: Alle Fotos -außer der Abbildung- wurden mit einer Nikon Coolpix P950 aufgenommen & lassen sich per Anklicken vergrößern)

Als ich mitten in der Nacht aufwache, habe ich Glück. Ein Blick aus dem Fenster zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht: Der Himmel ist recht bedeckt, aber just in diesem Moment bricht die Wolkendecke auf und lässt einen Blick auf unseren schönen Trabanten zu. Ganz in seiner Nähe leuchtet der Jupiter mit seinen Monden.

Der Saturn ließe sich normalerweise auch sehen, wenn er nicht gerade von den Wolken verdeckt wäre.

Am Abend zuvor hatte ich bereits die Kamera mit Stativ für alle Eventualitäten vorbereitet und so  konnte ich schnell auf die Situation reagieren. Ich schnappte mir den Apparat nebst Dreibein, ging nach draußen und konnte den Blick ins Universum bildlich festhalten...

 

Abbildung aus: www.br.de/sternenhimmel/index.html
Abbildung aus: www.br.de/sternenhimmel/index.html
Der Jupiter mit seinen Monden am 22. August 2021 - er befindet sich in der Nähe des "Blauen Mondes"
Der Jupiter mit seinen Monden am 22. August 2021 - er befindet sich in der Nähe des "Blauen Mondes"

 

Der Vollmond am 22. August 2021 trägt mehrere Beinamen. Früher wurde der Vollmond im August im deutschsprachigen Raum Erntemond oder Getreidemond genannt, da im August die Ernte eingebracht wird. Bei den Algonkin, einem Stamm nordamerikanischer Ureinwohner, heißt der August-Vollmond „Sturgeon Moon“, also Störmond, weil im August von Anglern vermehrt Störe gefangen wurden. Im Jahr 2021 trägt der Vollmond im August noch einen weiteren Beinamen: Es handelt sich um einen sogenannten „Blue Moon“, einen „Blauen Mond“.

 

„Blue Moon“, so wird umgangssprachlich der zweite Vollmond innerhalb eines Kalendermonats genannt – ein Phänomen, das nicht häufig vorkommt (zuletzt im Oktober 2020) und von dem englischsprachigen Spruch „once in a blue moon“ (etwa „alle Jubeljahre“) abgeleitet wird. Doch es gibt noch eine weitere Definition für den Begriff „Blue Moon“. Diese Definition ist astronomischer Natur und bezeichnet den dritten Vollmond innerhalb einer Jahreszeit mit vier Vollmonden.

 

In der Regel hat eine Jahreszeit nur drei Vollmonde. Eine Jahreszeit wird in der Astronomie von zwei bestimmten Ereignissen definiert: Von der Sonnenwende, die im Sommer und im Winter auftritt und der Tag-und-Nacht-Gleiche, die im Frühling und im Herbst auftritt.

 

Im Sommer 2021 – also zwischen dem 21. Juni und dem 21. September gibt es insgesamt vier Vollmonde. Der erste Sommer-Vollmond war im Juni gleich zu Beginn des Sommers (am 24. Juni) zu sehen, der letzte Sommer-Vollmond fällt auf den 21. September und damit auf den Tag vor dem Ende des astronomischen Sommers. Dazwischen lagen der Vollmond am 24. Juli und – als dritter der vier Sommer-Vollmonde – der „Blue Moon“ am 22. August.

 

Der saisonale „Blue Moon“ kommt – genau wie der monatliche „Blue Moon“ nicht oft vor: nach Angaben der US-Raumfahrtorganisation NASA etwa alle zweieinhalb bis drei Jahre – eben „once in a blue moon“. Nach dem "Blauen Mond" am 22. August 2021 dauert es fast drei Jahre, bis am 19. August 2024 erneut ein jahreszeitlicher „Blue Moon“ am Himmel steht.

 

Eines haben die beiden unterschiedlichen „Blauen Monde“ gemeinsam: Sie strahlen nicht unbedingt blau, die Farbbezeichnung hat nichts mit dem Erscheinungsbild des Vollmonds zu tun. Der Mond kann blau erscheinen, wenn sich beispielsweise Staub- oder Rußpartikel einer bestimmten Größe in der Erdatmosphäre befinden. Das seltene Phänomen kann man dann sehen, wenn beispielsweise Waldbrände in der Nähe für Rußpartikel in der Luft sorgen. Die Partikel, die nach Angaben von earthsky.org etwas größer als 900 Nanometer sein müssen, streuen rotes Licht und lassen hauptsächlich blaues Licht hindurch – der Mond erscheint blau.

(Quelle/Text aus: www.FR.de / Frankfurter Rundschau von Tanja Banner)

 

Der "Blaue Mond" am 22. August 2021 (im Selfkant aufgenommen)
Der "Blaue Mond" am 22. August 2021 (im Selfkant aufgenommen)

"Wer sich für die Natur keine Zeit nimmt, wird sie auch nie richtig verstehen lernen."

(Homepageherausgeberin, *1966)

 

 


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