Die Entwicklungsstufen der Fotografie und die Frage nach der Kunst

Analog oder digital?
Analog oder digital?

Die Fotografie hat einige Entwicklungsstufen durchlaufen.

Nachdem die analoge Fotografie fast in Vergessenheit geraten war und sich nun wieder großer Beliebtheit erfreut, scheint es heute erneut eine Konkurrenz zwischen der analogen und der digitalen Fotografie zu geben. Die Frage, die sich stellt: Ist die digitale Fotografie überhaupt eine Kunst?

 

Als die Fotografie mit der Daguerreotypie aufkam, wurde diese bereits infrage gestellt. Ist die Fotografie besser als die Bildmalerei? Und handelt es sich hier wirklich um Kunst?

 

Danach erfolgte die nächste Entwicklungsstufe: Als die Nassplatten-Fotografie entstand und diese die Daguerreotypie ablöste, wurde erneut die Frage gestellt: Ist die neue Errungenschaft wirklich besser als die alte Methode und handelt es sich hier wirklich um Kunst?

 

Die darauffolgenden Innovationen waren das trockene Gelatineverfahren und der Rollfilm. Diese machten dem alten Verfahren Konkurrenz und wieder hinterfragte man, ob die Neuentwicklungen etwas mit Kunst zu tun haben.

 

Nach der analogen Fotografie folgte die digitale Fotografie. Diese wurde ebenfalls sehr schnell zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz und wieder wurde - wie oben beschrieben - dieser Fortschritt infrage gestellt.


In jeder Epoche hatte man eine gewisse Skepsis gegenüber den Innovationen. Jedes der oben genannten Verfahren veranschaulichte, dass Fotografie eine Kunst ist. Warum sollte also auch nicht die digitale Fotografie eine Kunst sein? In der analogen Welt der Fotografie werden die Bildinformationen auf einem Film gespeichert, in der digitalen werden die Bilddaten auf einem Speichermedium abgelegt.

Die Unterschiedlichkeit der Bildaufzeichnung sagt nichts über die Bildqualität und/oder über die Kunst des Bildes aus. Wird ein digital erzeugtes Foto beispielsweise nachträglich auf Papier gedruckt, so hält man nichts anderes als eine Fotografie in der Hand.

Heute besteht die Möglichkeit, Bilder durch Bildbearbeitungsprogramme recht einfach zu verändern. Diese Veränderungen können so gestaltet werden, dass sie das eigentliche Foto nachteilig beeinträchtigen können.

Aber mal ehrlich: Gab es nicht zu jeder Zeit Mittel, Bilder zu manipulieren?

 

Fazit: Für mich ist die digitale Fotografie wie alle anderen Formen der Fotografie eine Kunst.