Bei diesem wunderschönen Wetter an diesem Morgen kann ich gar nicht anders, als hinaus in die Natur zu gehen. Natürlich darf meine Kamera nicht fehlen. Mit meinem Fotorucksack und mit leichtem Proviant mache ich mich auf den Weg.
Ich befinde mich auf einer Anhöhe, von der aus man auf Wiesen und Kornfelder blickt.
Meist wurde Gerste angepflanzt. Die Gerste zählt zu den Süßgräsern. Man erkennt sie an ihren langen Grannen. Man unterscheidet zwei Gerstenarten:
- Die Sommergerste: Sie wird zum Bierbrauen und teilweise auch als Viehfutter verwendet.
- Die Wintergerste: Diese Art wird als Viehfutter und für Brot genutzt.
Das Süßgras verträgt von allen Getreidearten die größten klimatischen Extreme. Sein Anbau erfolgt bis 70° nördliche Breite. Die Gerste kann ebenfalls in den Bergen in höheren Lagen angebaut werden.
Die Gerste:
An Wegesrändern und manchmal auch mitten in Getreidefeldern fällt eine Blume besonders durch ihr leuchtendes Rot ins Auge: Die Mohnblume. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juli. Sie kann eine Wuchshöhe bis zu 90 cm erreichen. Auffällig sind ihre behaarten Stängel. Die Blüten sind feuerrot mit einem schwarzen Fleck in der Mitte. Die Mohnblume bietet den Insekten keinen Nektar, sondern eiweißreiche Pollenkörner. Die Blütenblätter fallen oft schon einen Tag nach dem Aufblühen ab. Übrig bleibt eine eiförmige Fruchtkapsel.
Die Mohnblume:
Ein leichter Wind weht. Die Gräser auf den Feldern sind hoch gewachsen und wiegen sich in der zarten Luftströmung. Manche glänzen im Sonnenlicht. Es macht Spaß, dem natürlichen Spiel zuzusehen....
Gräser:
Schaut man genau hin, so kann man einige kleine hübsche Lebewesen auf den Halmen der Gräser entdecken und betrachten...
Ich setze meine Wanderung fort und komme an einer vor dem Wind geschützten Stelle vorbei. Hier ist es bereits zur frühen Stunde warm. Distelfalter und Libellen wie den Plattbauch, die die Wärme lieben, kann man vor Ort beobachten.
Die Temperaturen steigen im Tagesverlauf kontinuierlich an. So kommt mir ein kleines Waldareal, das ich passieren muss, sehr entgegen. Die Luft ist hier angenehm kühl.
Am Wegesrand stehen einige Wildrosensträucher, die zurzeit blühen. Auf dem Waldboden wachsen Wald-Erdbeeren und Kleepflanzen. Während des Fotografierens entdecke ich einige Skorpionsfliegen.
Skorpionsfliegen sind ca. 2 cm groß. Sie besitzen durchsichtige Flügel mit dunklen Adern und Flecken. Ihr Gesicht wird durch einen Rüssel verlängert. Das Männchen hat am Hinterleib einen Stachel, der an den Stachel eines Skorpions erinnert. Skorpionsfliegen kommen in feuchten Laubwäldern, Parks und Gärten vor. Sie ernähren sich von toten Kleintieren. Gerne stehlen sie Insekten aus Spinnennetzen. Zu ihrem Speiseplan gehören auch verrottende Pflanzen und Früchte. Wissenswertes zum Stachel: Dieser dient nicht zum Stechen, sondern ist eine Zange, mit der das Männchen das Weibchen bei der Paarung festhält.
Beobachtungen im Waldareal:
Bevor ich die Kühle des Waldes verlasse, bekommt eine sehr schöne Wildpflanze meine ganze Aufmerksamkeit. Eine kleine Fläche blüht in zartem Blau. Es ist das Wald-Vergissmeinnicht.
Diese Wildblume wird ca. 15-50 cm hoch. Sie kommt gesellig in Laub- und Laubmischwäldern vor. Die Pflanze hat dicht behaarte Blätter. Ihre Blütezeit ist von April bis September.
Das Wald-Vergissmeinnicht:
Nun geht es aus dem Wald hinaus. Der Temperaturunterschied ist deutlich zu spüren. Eine drückende Wärme umgibt mich. Ich setze meinen Weg unbeirrt durch das Land fort und werde belohnt: Rote Lichtnelken, Kartäusernelken, Kornblumen, Wiesen-Pippau, Wiesen-Bocksbart, Wiesen-Storchschnabel und Wiesen-Klee stehen in voller Blüte. Mittendrin fallen große Pusteblumen auf. Es sind die Pusteblumen des Wiesen-Bocksbarts, die wie große Kugeln die Wiesen schmücken. Es ist unglaublich, wie mannigfaltig die Natur ist. Schmetterlinge wie der Kleine Fuchs sind hier zahlreich vertreten. Sie erfreuen sich an der reichhaltigen Nahrungsquelle, die sich ihnen vor Ort anbietet. Auf einem Strauch entdecke ich eine Goldammer. Sie hat einige Insekten im Schnabel. Dies ist ein Hinweis, dass sie gerade ihre Jungen in der Nähe aufzieht. Jede meiner Bewegungen wird genau beobachtet. Ich mache mich nach einer Aufnahme auf den Weg, um sie nicht zu stören.
Langsam wird es ganz schön heiß. Ich beschließe, die Heimreise anzutreten. Wieder ist die Zeit wie im Fluge vergangen. Kein Wunder: Die hiesige Natur ist wunderschön und lässt einen Raum und Zeit einfach vergessen.
Ich nehme noch einige letzte Fotos auf, bis ich schlussendlich meine Kamera in den Fotorucksack packe und mich auf den Heimweg mache....
INFO:
- Alle Fotos wurden mit einer Canon EOS 5D Mark III aufgenommen und lassen sich durch Anklicken vergrößern. Nicht alle Bilder wurden mit Bildunterschriften versehen. Folgendes Objektiv wurde bei der Tour verwendet: Canon Zoom EF 28-105 mm; 1:3,5-4,5 II USM Macro
- Text/Quelle zu den Wildblumen/zu den Insekten (Skorpionsfliege):
- "Welche Blume ist das?"; © 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, Stuttgart
- "Kosmos Naturführer für unterwegs"; © 2014, 5. Auflage, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, Stuttgart



















































