Nachdem ich in meinem letzten Artikel einige Wildblumen vorgestellt habe, möchte ich nun in diesem Beitrag weitere präsentieren.
Ich befinde mich auf den Wiesen- und Feldflächen in der Region. Manche dieser Areale sind von Wassergräben durchzogen. An einigen Stellen ufert das Wasser aus und bildet kleine Gewässer.
Schilf und Wassergräser wachsen in Nähe der Uferzonen.
Da Wildpflanzen wie der Brennende Hahnenfuß oder der Kriechende Hahnenfuß nasse und feuchte Böden lieben, findet man sie ebenfalls an den Uferrändern und auf den angrenzenden feuchten Wiesen vor. Sie sind Zeigerpflanzen für Feuchtigkeit und Staunässe.
Unweit von Quellen und Wassergräben sowie auf feuchten Wiesen fühlt sich auch der Bach-Nelkenwurz wohl. Seine Stängel können eine Höhe von bis zu 60 cm erreichen. Auffällig sind seine rotbraunen, glockenförmigen und nickenden Blüten. Die Blütezeit ist von April bis Juni.
Auf der Schwäbischen Alb heißt diese Wildblume auch Himmels- oder Heilandsbrot, weil Kinder gerne die nektarreichen Blüten aussaugen. Zu früheren Zeiten wurde der Bach-Nelkenwurz als Heilpflanze geschätzt. Der Wurzelstock enthält das ätherische Öl Eugenol. Es wurde früher als heilendes Gurgelmittel verwendet.
Eine Wildblume, die hier häufig anzutreffen ist, ist das Echte Labkraut. Sie kann bis zu 70 cm hoch werden. Ihre Blütezeit ist von Mai bis September. Ihre kleinen gelben Blüten riechen intensiv nach Honig. Sie wächst bevorzugt auf Wiesen oder an warmen Saumbereichen von Gebüschen und Wegrainen. Die Pflanze liebt sonnige Plätze. Das Labkraut ist eine Heilpflanze. Sie wirkt entzündungshemmend und beruhigend. Das Kraut ist gleichfalls eine beliebte Salatbeilage.
Auffällig rot leuchtet diese Wildpflanze. Sie ist kaum zu übersehen: Es ist die Rote Lichtnelke. Die Blume erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1 Meter. Ihre Blütezeit ist von April bis September. Sie kommt häufig auf Feuchtwiesen, in Auwäldern und an Ufern vor. Es ist eine Wildblume, die Stickstoff und Nässe im Boden anzeigt. Weder die männlichen noch die weiblichen Blüten duften. Die Rote Lichtnelke ist zweihäusig. Es gibt weibliche Pflanzen mit Fruchtknoten und männliche mit Staubbeuteln. Die Blüten der Roten Lichtnelke werden von Hummeln und Tagfaltern bestäubt.
Bei meiner Unternehmung fällt mir eine Blume auf, die blaue Blüten trägt: Es ist der Kriechende Günsel. Der Günsel ist eine Pflanze, die in Bodennähe wächst. Sie erreicht eine Höhe von 10 bis 30 cm. Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juli. Sie kommt auf Wiesen, Weiden und an Wegrändern vor. Mit ihren oberirdischen Ausläufern scheint der Günsel tatsächlich über den Boden zu kriechen. Die Wildblume ist bei Hummeln sehr begehrt. Früher wurde der Günsel wegen seines Gerbstoffgehalts als Heilkraut bei Halsentzündungen verwendet.
Weiße Taubnesseln zieren die Wegränder. Die Pflanze ist eine heimische Wildstaude und gehört wie die Minze und der Salbei zu den Lippenblütlern. Ihre Wuchshöhe beträgt 30 bis 50 cm. Die Weiße Taubnessel blüht von Mai bis September. Sie kommt an geeigneten Standorten großflächig vor. Die Pflanze verbreitet sich durch ihren kriechenden Wurzelstock. Sie mag leicht schattige bis halbschattige Plätze und bevorzugt feuchte Böden. Die Weiße Taubnessel ist eine bekannte Heilpflanze. Ihre Blüten helfen als Tee bei Erkältungen, Rachen- und Kehlkopfentzündungen. Auch bei Magen- und Darmbeschwerden sind die Inhaltsstoffe der Wildstaude wirksam.
Wenn man die Wiesen durchstreift, wird man einer Blume ganz gewiss begegnen, der Margerite.
Sie sieht aus wie ein großes Gänseblümchen. Die Margerite ist eine Wiesenblume, die eine Höhe von 20 bis 90 cm erreicht. Ihre Blütenkörbchen bestehen aus weißen Zungen- und gelben Röhrenblüten.
Ihre Blütezeit ist von Mai bis Juni. Die Blume kommt auf Wiesen, auf Weiden, an neu angelegten Wegen und in grasigen Böschungen vor. Die Margerite gedeiht auf Böden, die nicht zu nass und nährstoffarm sind. Sie findet man auf der Ebene sowie in Höhenlagen von 2000 Metern vor. An neu angelegten Straßen und Böschungen tritt die Margerite häufig als erste Blume in großer Vielzahl auf, daher wird sie auch als "Wucherblume" bezeichnet.
Schaut man aufmerksam auf den Boden der Wiesen, so wird man hier und da auf einige kleine Lebewesen treffen. Ich treffe heute unter anderem auf Bläulinge und Marienkäfer.
Nachdem ich mich abermals eine ganze Weile draußen aufgehalten habe, wird es Zeit die Heimreise anzutreten.
Wie üblich, könnte ich noch ewig hier bleiben, denn die Natur ist mannigfaltig. Bunt, lebendig und vielseitig präsentiert sie sich. Wer könnte da so leicht widerstehen?
Kein Wunder, dass es einem schwer fällt, sich davon loszureißen....
Quelle/Info:
- Wikipedia
- "Welche Blume ist das?", © 2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co.KG, Stuttgart
















