Es ist Frühling. Überall erwacht neues Leben.
Die neuen Blätter der Bäume schauen vorsichtig in die Welt. Sie falten sich allmählich aus ihrem geschützten Raum heraus.
Weiß- und Schwarzdornbüsche blühen. Ihr Weiß glänzt in der Sonne. Wiesen werden großflächig von Löwenzahn, Butterblumen, Gänseblümchen und Wiesen-Schaumkraut bevölkert. Ein Farbenmeer aus frischem Grün, Gelb und Lila-Weiß erstrahlt in der Landschaft.
Nähert man sich dem Wald, so fallen kleine weiße filigrane Blüten auf: Es ist der Wald-Sauerklee, der gerade seine Blütezeit erlebt und den Waldboden mit einem zarten Weiß schmückt.
(INFO: Alle Fotos lassen sich durch Anklicken vergrößern und wurden mit einer Fuji Finepix XS-1 aufgenommen. Nicht alle Aufnahmen wurden mit Bildunterschriften versehen.)
Der Löwenzahn (Taraxacum officinale):
Der Löwenzahn blüht von April bis Oktober und kommt an Straßen- und Wegrändern und auf Grünlandflächen aller Art vor. Er bildet auf Wiesen, die stark gedüngt sind, ein wahres gelbes Blütenmeer. Der Stängel kann bis zu 50 cm hoch werden und ist milchig. Dieser milchige Saft soll gegen Warzen helfen. Nach dem Abblühen entsteht die uns bekannte Pusteblume. Während ihrer Blütezeit ist die ganze Pflanze ein unerschöpflicher Gemüse- und Salatlieferant. Sie ist reich an Provitamin A und enthält zudem die Vitamine B und C sowie viele Mineralien und Bitterstoffe.
Das Gänseblümchen (Bellis perennis):
Das Gänseblümchen ist 3-15 cm hoch und ist eins der bekanntesten Wildpflanzen unserer Heimat. Ihre Blütenstängel besitzen keine Blätter. Wenn man sich die Blüte anschaut, so sieht man, dass sie aus gelben Röhren- und aus weißen Zungenblüten besteht. Die Blütezeit des Gänseblümchens ist von Februar bis Dezember. Sie kommt auf Wiesen, Weiden, an Wegrändern, auf Parkrasen oder in heimischen Gärten vor. Dort, wo der Winter mild bleibt, blüht es das ganze Jahr über.
Die Blüten des Gänseblümchens sind geöffnet, wenn die Sonne scheint. Bei Nacht und bei Regen bleiben sie geschlossen.
Der Scharfe Hahnenfuß (Runculus acris):
Der Scharfe Hahnenfuß, der im Volksmund auch Butterblume genannt wird, kann bis zu 1m hoch wachsen und blüht zwischen Mai und Juli. Seine Blüte besteht aus fünf glänzend gelben Blütenblättern. Die Butterblume kommt in nährstoffreichen Wiesen vor. Weniger konkurrenzstarke Arten werden vom Scharfen Hahnenfuß unterdrückt, indem er durch seine Wurzeln Hemmstoffe abgibt und somit benachbarte Pflanzen in ihrer Entwicklung hemmt. Man gab dieser Pflanze den Namen "Scharfer" Hahnenfuß, weil ihr Saft Hautreizungen und Ekzeme auslösen kann. Es ist eine giftige heimische Wildpflanze.
Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis):
Das Wiesen-Schaumkraut ist eine Futterpflanze für die Raupen des Aurorafalters. Die Wildpflanze besteht aus einem 15-50 cm hohen Stängel und gefiederten Blättern, die Blüten wiederum aus vier kreuzförmig angeordneten Blütenblättern, die manchmal rosa oder weiß blühen können. Seine Blütezeit ist von April bis Juni. Das Wiesen-Schaumkraut liebt feuchte Wiesen, Auwälder und Ufer. Seinen Namen verdankt es den vielen Schaumtröpfchen am Stängel. Diese werden von einer kleinen Insektenlarve erzeugt, die an der Pflanze saugt und sich in dem "Schaumbad" vor Feinden schützt.
Die Blätter dieser hübschen Wildpflanze sind vitaminreich und werden sehr gerne zu Frühlingssalaten serviert.
Der Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella):
Der Wald-Sauerklee ist eine 5-15 cm hohe Waldpflanze, die aus einem dreiteiligen Kleeblatt und aus langstieligen weißen Blüten besteht. Die fünf Blütenblätter sind 1-2 cm groß. Man kann in ihnen violette Adern mit gelbem Fleck am Grund erkennen. Das Sauerkleegewächs blüht im April und Mai und kommt häufig auf feuchten Waldböden vor. Der Wald-Sauerklee ist eine Schattenpflanze und blüht auch noch unter voll belaubten Bäumen, auch an Stellen, wo nur noch 1% des Sonnenlichts erreicht werden. Die Blätter dieser Waldpflanze enthalten die schwach giftige Oxalsäure und Oxalate (Kleesalze). Die seltenen vierblättrigen Kleeblattexemplare gelten als Glücksbringer.
(Quellenangabe:
Kosmos-Naturführer "Welche Blume ist das?", ©2016, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart
Kosmos "Naturführer für unterwegs", © 2014, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG, Stuttgart)
Als ich am Waldesrand entlanglaufe, stoße ich auf einige umgefallene Bäume. Manch toter Stamm dient als Insektenhotel. In der Natur hat alles seinen Platz und seinen Wert. Nichts geht verloren und erfüllt auch über den Tod hinaus seine Aufgaben.
In einer Welt, in der die Technologisierung weiter voranschreitet, der Mensch jedoch merklich gefühlte Rückschritte in seiner sozialen Kompetenz macht und erfährt, tut es gut in die Natur zu gehen. Es ist eine Möglichkeit, Kraft zu tanken, um sich diesem tagtäglichen "Irr-weg" zu stellen.
Zuversicht gibt es, denn jeder neue Tag beinhaltet einen Neubeginn und eine Chance andere Wege zu gehen....
Frühlingseinblicke in Schwarz-Weiß:




















