Es ist früh am Morgen, die Sonne wird bald den Tag erwecken. Ich bin mit der Kamera unterwegs und lasse mich an diesem Tag auf ein kleines Abenteuer ein, denn ich habe mir keine feste Fototourroute vorgenommen. Ich lasse mich von meinen Gefühlen leiten. Ich komme an der Brücke vorbei, die über den Fluss führt, der diesem Tal seinen Namen gibt. Ich beobachte das Gewässer. Die Zeit, wo einst die Brigach Hochwasser führte und die angrenzenden Felder überschwemmte, gehören der Vergangenheit an. Sie fließt nun ruhig durch das Land. Nebel und Dunst kommen auf. Der weiße Hauch ist mehr oder minder dicht, so dass es mancherorts den Blick auf die Weite verhindert. Ich überquere die Brücke und gehe einen kleinen Abhang hinunter und folge auf einer Wiesenfläche dem Lauf des Gewässers. Der Boden ist leicht gefroren, denn es hat in der Nacht Minusgrade gegeben.
Weiden und Rot-Erlen säumen die Ufer. Ein großer Baumstamm liegt an der Uferzone. Das Leben fließt an ihm vorbei. Gleichzeitig stützt dieses Totholz die Böschung des Uferrandes ab und verhindert ein Abrutschen des Erdreichs am Rande des Flusses.
Das Totholz am Uferrand:
An einer Stelle wurde vom fließenden Gewässer Wasser abgeleitet. Eine kleine Flussinsel, eine kleine in sich geschlossene Welt, die ich bisher nicht kannte, ist entstanden. Das abgeleitete Flusswasser macht einen größeren Bogen, bis es wieder in die Brigach mündet. Ich folge dem Lauf des neu entstandenen Flussufers und gehen am Rande der Insel entlang. Hier wird sich kaum jemand verlaufen, so dass die vor Ort lebende Tierwelt einen Platz hat, wo sie - wenn überhaupt - nur sehr wenigen Menschen begegnen wird.
Entlang der Flussinsel:
Nach einer Weile erreiche ich wieder die Brigach. Ich begleite den Fluss und treffe schließlich auf den Fuß- und Radweg, der nach Beckhofen führt. Hier stehen wunderschöne Weiden....
Morgenidylle an der Brigach:
Minütlich ändert sich der Blick auf die Landschaft. Dichte neblige Stellen wechseln sich mit frei werdenden vorher völlig vernebelten Arealen ab. Ich verlasse den Weg, denn es gibt nicht unweit von hier eine Holzbrücke, die mich auf die nächste Flussinsel führt.
Auf der Holzbrücke:
Auf der Brücke bleibe ich eine Zeit lang stehen und beobachte das Gewässer. Einige Vögel begrüßen mit ihrem Gezwitscher den Tag. Die Sprache des fließenden Wassers ist zu hören: Ein leises Geplätscher und Säuseln ist zu vernehmen und wirkt angenehm beruhigend. Der Lärm meiner Gedanken fließt dahin. Eine wunderbare Stille umgibt mich. Der Aufenthalt in der Natur lässt die Unruhe und die Laute des Alltags vergessen. Man begibt sich in eine andere Welt. Eine Welt, in der man wieder auf sich zurückfällt und in der man die Möglichkeit hat, das Leben zu spüren.
Ich überquere die Brücke und werfe einen Blick zurück und da ist sie: Die Sonne. Ich werde vom Licht eines wunderschönen Sonnenaufgangs erfasst.
Der Nebel reflektiert das Licht. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die wärmenden Strahlen den weißen Schleier, der zuvor das Land förmlich verschluckt hat, auflösen und den zuvor weiß verschleierten Blick frei machen. Ich beobachte das langsame Erwachen des Tages und nehme einige Bilder auf.
Wenn der Tag langsam erwacht:
Mich zieht es weiter. Ich laufe auf den Wiesenflächen der Flussinsel und begebe mich zum nächstgelegenen Uferrand des Wassers.
Hier steht eine wunderschöne schief gewachsene große Weide. Sie hält allen Unwägbarkeiten des Lebens stand. Bäume können nicht einfach ihren Standort wechseln. Für mich sind sie Vorbilder, denn auch wenn es einmal im Leben nicht so läuft, wie es unser Verstand gerne hätte, sollte man dem Leben vertrauen, so wie es ein Baum tut. Er bleibt geduldig, standhaft und hält manchen Lebenssturm durch, bis wieder ruhigere Zeiten kommen. Es sind wunderbare Lebewesen....
Die schiefe Weide:
(verschiedene Blickwinkel)
Auf manchen feuchten Bodenarealen wachsen diverse Gräser wie beispielsweise Rohrkolben. Die übriggebliebenen Fruchtstände/Samen der Rohrkolben, die Wattebauschen ähneln, glänzen in der Morgensonne.
Die Sonne lässt mit und mit den Nebel verschwinden. Ich schaue mich nun um, welche Wasserstelle ich überwinden und somit das Innere der Insel verlassen kann. Ich werde fündig. Eine Engstelle ermöglicht es mir, auf die andere Seite zu springen.
Ich beschließe, meine heutige Tour zu beenden. Die Stille dieses Wintermorgens hat gut getan. Unvergesslichen Eindrücke haben meinem irdischen Dasein Kraft gegeben. Nun kann ich gestärkt den Alltag beginnen....
Zwei letzte Aufnahmen eines wunderschönen Wintermorgens:
Ich widme diesen Artikel meiner treuen vierbeinigen Weggefährtin Unique, die nun in die Welt des Lichts zurückgekehrt ist. Ich vermisse sie und bin sehr traurig. Gleichzeitig bin ich dem Leben zutiefst dankbar für die Zeit, die wir hier gemeinsam verbringen durften.
In liebevoller Erinnerung,
Deine irdischen Weggefährten





































