Hochwasser & Wintertristesse

Gefühlt ist dieser Winter nicht so sonnenreich gewesen wie die letzten zuvor. Der Februar beispielsweise war geprägt von Schnee, Schneeregen, Regen und grauem Wetter. Dies hatte zur Folge, dass die Brigach, die Breg, die obere Donau und die hiesigen Bäche und Wassergräben Hochwasser führten.

An einem sehr grauen Morgen habe ich mich zu einer Fototour entschlossen, die diesmal entlang des Wolfbachs (= oberer Lauf des Weiherbachs) bis zum Oberen Weiher im Weiherbachtal gehen soll. Als ich in der Früh dort eintreffe, hat sich die Hochwasserlage bereits etwas entspannt. Man kann beobachten, dass der Wolfbach über seine Ufer getreten ist. Dieser hat mit seinem Wasser Gräser und Rohrschilf platt gedrückt und die umliegenden Felder überschwemmt. Dadurch bekommt man nun einen recht guten Blick auf die Wasserlandschaft, die in diesem Bereich meist durch Schilfrohr und andere Wassergräser bedeckt ist.

Ich versuche so dicht wie möglich an das Gewässer heranzukommen, um Aufnahmen zu machen.

Die Wolkendecke über mir ist mit wasserträchtigen Wolken durchzogen und es wird nicht lange dauern, bis es wieder anfängt zu regnen.

Manche Feldflächen weisen eine größere Anzahl von Maulwurfshügeln auf. Normalerweise ragen diese  wie kleine braune Gebirgsketten auf. Jetzt jedoch sind sie von Nässe durchtränkt und fallen in sich zusammen. Da macht man sich schon so seine Gedanken, wie die blinden Tiere eigentlich mit diesen Bedingungen zurechtkommen.

 

Der Wolfbach hat seine Ufer verlassen
Der Wolfbach hat seine Ufer verlassen

 

[INFO: Alle Fotos wurden mit einer Sony Alpha 99 aufgenommen und lassen sich durch Anklicken vergrößern. In den Fotogalerien wurde auf Bildunterschriften verzichtet. 

Folgendes Objektiv kam zum Einsatz:

Minolta AF ZOOM 24-105 mm; 1:3,5 (22) - 4,5 (D)]

 

Obwohl sich das Wasser bereits zurückgezogen hat, stehen noch einige Flächen unter Wasser
Obwohl sich das Wasser bereits zurückgezogen hat, stehen noch einige Flächen unter Wasser

Viele Gräser sind durch die Kraft des Hochwassers in sich zusammengefallen
Viele Gräser sind durch die Kraft des Hochwassers in sich zusammengefallen

 

Maulwürfe sind ganz gute Schwimmer und haben, wenn das Wasser nicht allzu schnell steigt und sie somit rechtzeitig aus ihrem unterirdischen Bau kommen können, eine relativ gute Chance das Hochwasser zu überleben. Die Tiere schaffen es im Freien zu entkommen, um dann in ein anderes Areal umzuziehen. Dies ist gleichzeitig auch ein gefährliches Unterfangen, da sie in dieser Zeit über Tage schutzlos ihren Fressfeinden ausgeliefert sind. Ich kann nur hoffen, dass sie es rechtzeitig geschafft haben, sich in Sicherheit zu bringen.

 

Auf meiner Wanderung entlang des Baches muss ich immer wieder darauf Acht geben, dass ich nicht zu sehr im nassen Boden versinke. Bei den nicht gerade sehr angenehmen Temperaturen, wären nasse Füße wirklich das Letzte, was ich jetzt gebrauchen könnte.... Also versuche ich, so gut es geht, mir geeignete Standorte für die Aufnahme meiner Fotos mit den Füßen sprichwörtlich zu ertasten. Das hat natürlich zur Folge, dass man für ein paar Meter Fußweg eine gefühlte Ewigkeit braucht und dass man nicht wirklich richtig vom Fleck kommt. Was man nicht alles unternimmt, um ein paar Bilder zu machen?

Viele Wasservögel kann ich nicht beobachten. Ein Entenpaar fliegt vorbei und zieht seine Kreise.

 

 

Je mehr ich mich dem Großen Weiher nähere, desto großflächiger sind die hier überfluteten Regionen. Jetzt habe ich nicht mehr die Möglichkeit über die Wiesen zu laufen, ohne Gefahr zu laufen, nass zu werden. Also lass ich es...

 

 

Am Großen Weiher angekommen, kann ich aus der Ferne zwei Silberreiher erkennen. Da die Vögel sehr scheu sind und mich bereits bemerkt haben, fliegen sie leider davon. Auf dem Gewässer schwimmen einige Enten umher und genießen die Ruhe, die von diesem wundervollen Ort ausgeht. Vor nicht allzu langer Zeit befanden sich die Temperaturen im Minusbereich, und so verwundert es nicht, dass noch ein Teil des Weihers eine dünne Eisschicht trägt.

 

 

Der Große Weiher wird auf einer Seite durch einen Damm begrenzt. Über diesen Damm kann man schließlich eine kleine Brücke erreichen, wo man an das andere Ufer kommt. Beim Durchwandern der Anhöhe kommt man an einen Steg vorbei. Dieser hat nicht ganz schadlos den Winter und das Hochwasser überstanden. Hier werden wohl bald Reparaturarbeiten vorgenommen werden müssen...

 

Reparaturbedürftig
Reparaturbedürftig

 

Vom Weiher fließt das Wasser normalerweise recht ruhig in den Weiherbach hinab. Durch die großen Wassermengen und das Hochwasser hat sich die Fließgeschwindigkeit deutlich erhöht. Auf der Brücke angekommen beobachte ich das Naturschauspiel. Dabei bemerke ich gar nicht, dass ich die Kamera noch an habe und so entsteht ein Bild, das aus Raum und Zeit gefallen zu sein scheint....

 

Aus Raum & Zeit gefallen
Aus Raum & Zeit gefallen

 

Wo das Wasser in den Weiherbach fließt:

 

 

Ich gehe noch ein kleines Stück und begleite das fließende Gewässer. Es hat angefangen zu regnen und da der Himmel keine Anstalten macht, sich zu öffnen, um ein wenig Sonnenlicht auf das Land zuzulassen, begebe ich mich auf den Heimweg. Hierbei entstehen noch einige wenige Bilder....

 

 

Zum Schluss: Der Februar hat schließlich doch noch die Kurve "gekriegt". In seinen letzten Tagen kam die Sonne wieder endlich hervor und brachte uns sogar frühlingshafte Temperaturen.

Frühling, wir erwarten Dich.....

 


Einige Einblicke in Schwarz-Weiß: