Ein Februarmorgen vor Regen, Hochwasser & Schnee

Es ist ein kalter Februarmorgen mit klarem Himmel. Die Sonne wird bald aufgehen. Rückblickend ist es der letzte schöne Tagesbeginn bevor eine unbeständige Zeit mit Regen, Hochwasser und Schnee anbricht... Hier eignet sich wunderbar der Spruch: "Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen", denn als ich an diesem Tag aufbrach, wusste ich nicht, dass danach eine wettermäßig nicht allzu schöne Periode auf uns zukommen würde. Sicherlich gibt es Vorhersagen, aber diese haben sich häufig als nicht so zuverlässig erwiesen. Ein Blick aus dem Fenster reicht mir, um eine Entscheidung zu treffen, ob ich mit meiner Kamera losziehe oder nicht. 

An diesem Morgen habe ich keine Minute gezögert und habe mich auf den Weg in die Natur gemacht. Ein paar Grad unter 0°C sind die ideale Voraussetzungen, um auf die Felder zu gehen. Ich begebe mich wieder in die Nähe der Brigach. Heute jedoch steht der Fluss nicht im Vordergrund, sondern eher die Beobachtung der Landschaft, der Flora und der Fauna. Immer wieder bin ich von den Bäumen und Sträuchern fasziniert. Rot-Erlen und Weiden haben hier ihren Platz gefunden. Sträucher bilden optimale Lebensräume für die Vogelwelt. Einfach wird es nicht sein, die fliegenden Akrobaten zu fotografieren, denn sie sind hier besonders wild und scheu und meiden eher das menschliche Wesen.

Bevor ich die Flächen in der Nähe des Flusses erreiche, sind die Zeichen der menschlichen Zivilisation offensichtlich. Strommaste und Straßen sind Attribute menschlichen Wirkens und natürlich gehören Wegekreuze, die einst hier aufgestellt wurden, dazu....

 

Zeugen menschlicher Zivilisation:

 

Ein kalter Februarmorgen
Ein kalter Februarmorgen

 

(INFO: Alle Aufnahmen wurden mit einer Canon EOS 6D aufgenommen & lassen sich durch Anklicken vergrößern. Nicht alle Fotos wurden mit Bildunterschriften versehen. Folgendes Objektiv wurde benutzt: TAMRON 278D AF 80-210 mm; 1:4,5-5,6)


Es eröffnet sich mir eine wunderschöne Feldlandschaft, die direkt am Fluss angrenzt...

 

 

Es sind unterschiedliche Farbtöne, die die Natur zur frühen Tageszeit präsentiert: Auf der einen Seite ist die Sicht relativ klar und auf der anderen Seite erhebt sich Dunst über dem Tal und vernebelt den Blick auf das Land. Die Brigach fließt ruhig vor sich hin. Kalt ist ihr Wasser. Die Pflanzen, die das Flussufer säumen, sind erstarrt vor Kälte. Eisige Kristalle in Form von weißen Nadeln schmücken das Geäst.

 

 

Einen wunderschönen Anblick bieten die Silhouetten der Bäume, die sich vom ersten Licht des Tages abheben. Begleitet werde ich von unserem Trabanten, der mich stets lächelnd von ganz oben beobachtet.

Langsam erhebt sich unser glühender Stern von den umliegenden Hügeln empor.

Zart wärmende Sonnenstrahlen eröffnen den Tag. Dies hat FoIgen: In der Ferne bildet sich eine dichte Nebelwand und schneidet den Blick auf die weitere umliegende Landschaft regelrecht ab.

 


Im Tal, wo die Brigach verläuft, ist die Region von einem weißen Schleier umhüllt. Schaut man die Hügel hinauf, so er-"scheint" der Tag in einem besonderen Licht...

 

Ein neuer Wintertag beginnt
Ein neuer Wintertag beginnt
Die Wintersonne an der Brigach
Die Wintersonne an der Brigach

Die Sonne kommt schließlich zum Vorschein und spiegelt sich im fließenden Gewässer. Durch die Wärme der Strahlen steigt leichter Dunst über dem Wasser empor.

Ich schaue auf den vereisten Boden. Ein Grab aus herabgefallenen Blättern der letzten Generation breitet sich vor meinen Augen aus. Eingerollt und erstarrt vor Kälte liegen sie vor mir. Ihre Lebensadern sind noch deutlich zu erkennen, doch das Leben wurde ihnen ausgehaucht. Sie werden zerfallen und als Humus dienen und weiter existieren. Nichts ist umsonst, aus dem augenscheinlichen Nichts wird etwas Neues geboren...

 

Das Blättergrab
Das Blättergrab

Die Schönheit verstorbener Blätter
Die Schönheit verstorbener Blätter

 

Bei Sonnenaufgang entstehen folgende Gegenlichtaufnahmen:

Ein verunglücktes Bild?
Ein verunglücktes Bild?

 

Ich komme an einigen Sträuchern vorbei. Eine Gruppe von Goldammern besetzt einen Busch. Als ich auftauche, fliegen die Vögel mit ihrem goldgelben Gefieder fort. Bei einer Goldammer gelingt es mir, ihre Flucht aufzunehmen. Einige dieser Sträucher sind Wilde Rosen. Hagebutten, die hier noch hängen geblieben sind, werden von Eisnadeln bedeckt. 

Plötzlich werde ich durch ein lautes Schnattern abgelenkt: In der Ferne erblicke ich ein Nilganspaar, das gerade weiterzieht.

 

Ein Nilganspaar: Laut schnatternd zieht es weiter
Ein Nilganspaar: Laut schnatternd zieht es weiter

 

Während meiner Tour fällt mir eine kleine Gemeinschaft von Kormoranen auf einer groß gewachsenen Birke auf. Manch einer stürzt sich in die luftige Freiheit und fliegt seine Runden, um dann wieder auf der Birke weit oben zu landen. 

Kormorane sind schwarze 70-95 cm große Vögel mit einem langen Hals, die sich von 10-20 cm langen Fischen ernähren. Sie kommen an Flüssen, an Seen und an Küsten vor. Da ihr Gefieder nicht wasserabweisend ist, müssen sie es nach jedem Tauchgang trocknen. Dies tun sie sitzend auf Felsen oder Pfählen. Dabei breiten Kormorane ihre Flügel aus. In der Nähe von Flüssen brüten Kormorane in größeren Kolonien auf Bäumen. Durch ihren ätzenden Kot sterben die Nistbäume häufig ab. Dies verleiht dem Ganzen meist ein gespenstisches Aussehen.

Die Vögel haben einen schlechten Ruf. Meist wird ihnen zu Unrecht die Schuld gegeben, dass sie Flüsse leer fischen. Dies ist nicht richtig, denn es ist der Mensch, der durch die Verbauung der Gewässer und deren Überfischung die Verantwortung dafür trägt.

 

Die kleine Kormorangruppe: 

 

 

Mit und mit kriecht allmählich die Kälte in die Klamotten. Ich beschließe, den Heimweg anzutreten. Bis dahin sind noch einige Aufnahmen entstanden, nicht wissend, dass dies einer der wenigen schönen sonnigen  Morgen im Februar 2026 ist.....

 

Winterliche Augenblicke: