Farben & morgendliche Momente

Ein Morgen im Februar
Ein Morgen im Februar

Eigentlich wollte ich heute am frühen Morgen ohne Kamera losziehen. Als ich aus dem Fenster blicke, erscheint der Himmel im Osten in orange-rötlichen Tönen. Ich ziehe mein Vorhaben zurück.

"Wer weiß, welche schönen Motive sich noch ergeben werden?", denke ich bei mir und entschließe mich, meinen immer bereiten Rucksack mitzunehmen. Wolkenlücken tun sich hier und da auf. Schaut man sich jedoch um, so stellt man fest, dass auch viele graue Wolken den Himmel bevölkern. An manchen Stellen steigt ein leichter Nebel empor. Der Sonnenaufgang steht kurz bevor. Wahrscheinlich wird man den wärmenden Stern nicht lange erblicken, zu zahlreich sind die dunstigen Felder über den Hügeln, die ihn voraussichtlich einhüllen werden.

 

(INFO: Alle Bilder wurden mit einer Canon EOS 7D aufgenommen und lassen sich durch Anklicken vergrößern. Auf Bildunterschriften wurde vorwiegend verzichtet. Folgendes Objektiv wurde verwendet: SIGMA 17-70 mm; 1:2,8-4 DC Makro OS HSM Contemporary)

 

Bei Sonnenaufgang
Bei Sonnenaufgang

 

Ich beobachte das Schauspiel eine Weile, bevor ich meine Wanderung fortsetze. Die Farben und Lichtverhältnisse an diesem Morgen sind sehr unterschiedlich: Mal hell, mal dunkel, mal farbenfroh, mal gedämpft..... Von Minute zu Minute verändert sich das Bild. Wenige weiße schneebedeckte Flächen sind vom letzten Flockentanz übrig geblieben und so mischt sich noch das Weiß zu dieser recht abwechslungsreichen Farbpalette darunter, die die Natur uns an diesem Wintermorgen präsentiert.

 

 

Ich bewege mich weiter Richtung Tal, bis ich die Brigach erreiche. Auf einem am Fluss angrenzenden Feld hat sich eine Wasserfläche gebildet. Nach den starken Schneefällen und nach der Schmelze ist der mit Flüssigkeit vollgesogene Boden nicht in der Lage gewesen, das Wasser sofort abzuleiten. Es ist eine kleine Seelandschaft entstanden. Bäume und die hier befindlichen Strommaste spiegeln sich darin. Weiter hinten in einem etwas abgelegeneren Bereich schwimmt eine Ente und dreht ihre morgendlichen Runden....

 

 

Bei meinem Fußmarsch geht mein Blick gen Himmel, denn es wird merklich dunkler und ein leichter frostiger Luftzug macht sich bemerkbar. Die Bewölkung wird dichter und die Wolken verwirbeln sich zunächst und man kann nach einer Weile Mammatus-Wolken beobachten. Dieses Phänomen ist eher bzw. häufiger im Sommer zu beobachten und ist meist ein Vorbote von Gewitter. Während im Sommer diese Wolken sich aus Wassertropfen zusammensetzen, bestehen sie im Winter vorwiegend aus Eiskristallen. Mammatus-Wolken, die auch als Beutel- oder Euterwolken bezeichnet werden, sehen sehr bedrohlich aus, sind es aber in Wirklichkeit nicht. Sie deuten auf stärkere Turbulenzen in der Höhe hin. Im Winter fängt es oft nach ihrem Erscheinen zu schneegrieseln an.

 

Wolkenverwirbelungen & Mammatus-Wolken:

(Hinweis: Um dieses Phänomen deutlicher zu zeigen, habe ich eine Kontrastverstärkung in meiner Bildbearbeitung benutzt.)

 

 

Dieses Naturschauspiel ist während meiner Tour mit und mit verschwunden.

Ich überquere einen Wassergraben. Hier stand einst eine Rot-Erle. Diese wurde vor nicht allzu langer Zeit gefällt. Übrig geblieben war ihr Baumstumpf, der von einem hier ansässigen Biber nachträglich bearbeitet wurde. Hier ist nun das Ergebnis des Kunstwerkes des Nagers...

 

Biberkunst
Biberkunst

 

Auf meinem Nachhauseweg schaue ich zurück auf das Tal der Brigach. Die Struktur der Bewölkung hat sich vollkommen geändert. Ein leichter Hauch von Nebel umhüllt das Land. Blicke ich Richtung Weißwald, so tut sich gerade eine kleine Wolkenlücke auf. Hinter der grauen Fassade ist der Himmel blau.

Das gibt Hoffnung: Nach Schatten kommt immer wieder Licht und so verhält es sich auch im Leben.

 

 

 

"Wie gut, dass ich die Kamera heute dabei hatte....", ist mein abschließender Gedanke auf diesem Rundgang und ich gehe schließlich beschwingt nach Hause...