Am Fluss

Früh morgens schaue ich aus dem Fenster. Der Himmel ist meist klar. Nur wenige hohe Wolken befinden sich am Firmament. Es verspricht ein schöner Tag zu werden. Die Scheiben der vor dem Haus parkenden Autos sind mit einer Eisschicht bedeckt. Die Nacht ist sehr frostig gewesen. Als ich mich entscheide, mit meiner Kamera auf Fototour zu gehen, sind es -3,5°C. Ich habe kein festes Ziel und begebe mich zunächst Richtung Brigach, dem Fluss der diesem Tal seinen Namen gab - Brigachtal.

An einer Brücke bleibe ich stehen und beobachte das fließende Gewässer. Die umliegenden Felder haben durch den Frost eine zarte weißliche Farbe. So kommt mir die Idee, an den Ufern entlang des Flusses zu laufen. Die Gelegenheit ist günstig: Die Kälte hat den Boden hart gemacht, die höheren Gräser sind vom Frost eingeknickt und durch die kalte Jahreszeit sind die an den Rändern des Gewässers befindlichen Sträucher frei von ihrem Blattwerk, so dass man einen freien Blick auf die Brigach hat.

 

Am Fluss
Am Fluss

 

 (INFO: Alle Fotos wurden mit einer Nikon D3s aufgenommen und lassen sich durch Anklicken vergrößern. Folgendes Objektiv wurde genutzt: SIGMA 18-200 mm; 1:3,5-6,3 DC MACRO OS HSM Contemporary)


Unter der Brücke
Unter der Brücke

Es ist noch relativ dunkel. Die Sonne wird bald aufgehen. Der Himmel erscheint in verschiedenen Tönen. Orange, Rot und Blau gehören zu der heutigen Farbpalette des Firmaments. Je mehr sich der Tag jedoch erhellt, umso mehr steigt leichter Nebel und Dunst auf, die die Luft mit ihrem weißen Hauch erfüllen. Die Farben der Landschaft sind gedämpft. Der weiße Odem unterstreicht die Kälte, die die Region zurzeit erfasst. Entlang des Ufers gibt es hin und wieder Bereiche, die nicht vom Dunst und Nebel bedeckt sind. Hier ist die Luft klar.

Weiden und Rot-Erlen säumen die Ufer. Es gibt einige lichte nicht bewachsene Stellen, wo die Felder bis zu den Rändern des Gewässers reichen. Dort hat man die Möglichkeit dem Fluss ganz nah zu sein. Gedanken lasse ich los und mit der Strömung des Flusses weiterziehen. Ruhe kehrt in meinem Kopf ein. Äste von den am Ufer stehenden Bäumen, die die Oberfläche des Gewässers berühren, sorgen für ein leises säuselndes Konzert des Wassers. Es sind wohltuende Klänge für meine Ohren.

Immer wieder nehme ich an geeigneten Stellen Fotos auf. Ich befinde mich auf der rechten Uferseite der Brigach. Von dort aus geht das Tal in eine hügelige Wiesen- und Feldlandschaft über. Sträucher sind dort vor geraumer Zeit gepflanzt worden, so dass die verschiedensten Lebewesen einen neuen Lebensraum gefunden haben. Diverse Vogelarten sind hier heimisch geworden und finden vor Ort Nahrung, Brutplätze zur Aufzucht ihrer Jungen und Verstecke, um sich vor Räubern wie dem Fuchs zu schützen.

 

Das Tal der Brigach geht in eine hügelige Landschaft über
Das Tal der Brigach geht in eine hügelige Landschaft über

An den Ufern der Brigach:

 

Strömungen:


 

Der noch junge Tag hat mir ein Geschenk gemacht: Durch die gerade günstigen klimatischen Verhältnisse kann ich dem Fluss so nah sein. Ich bin allein. Nur die Geräusche des fließenden Wassers und das leise Gezwitscher einiger Vögel begleiten mich durch meine Fototour an den Ufern der Brigach. Blätter, Beeren, Hagebutten und die Samen der Rot-Erle sind tief gefroren. Sie werden von kleinen Eiskristallen ummantelt. Schaut man genau hin, so sieht man, dass jedes Kristall seine eigene Form hat. Auch Tropfen sind durch die nächtliche Kälte zu eisigen Perlen gefroren.

 

Rote Beeren tiefgefrostet
Rote Beeren tiefgefrostet
Vereiste Hagebutten
Vereiste Hagebutten
Gefrorene Samen der Rot-Erle
Gefrorene Samen der Rot-Erle
Von Eiskristallen ummantelte Blätter der Wilden Rose
Von Eiskristallen ummantelte Blätter der Wilden Rose

 

Ich streife eine ganze Weile durch die kalte Landschaft an der Brigach entlang. Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich bereits mehr als zwei Stunden unterwegs bin. Durch das intensive Beobachten und durch das völlige Eintauchen in diese wundervolle Naturkulisse habe ich das Gefühl für die Zeit gänzlich verloren. Zudem bemerke ich, dass die Kälte meine Glieder erfasst hat. Ich beschließe, die Tour zu beenden. Auf meinem Rückweg werde ich von einem Falken, der sich auf einem höher gelegenen Strauch befindet, beobachtet.

Dick aufgeplustert sitzt er dort und schaut mir genau zu. Aus einer ausreichenden Distanz gelingt es mir, eine Aufnahme von ihm zu machen. Ganz sachte nähere ich mich ihm, denn mein Heimweg führt an dem Strauch vorbei, auf dem er ganz oben weilt und ich will ihn schließlich nicht stören. Er bleibt sehr lange dort. Er und ich schauen uns eine gewisse Zeitspanne zu, aber dann fliegt er doch davon.... auf zum nächsten Punkt, wo er den Tag von einem erhöhten Sitz in Ruhe begrüßen kann....

 

Der Falke
Der Falke

 

 

Weitere Eindrücke eines wundervollen kalten Tagesbeginns am Fluss:

(Hinweis: Auf Bildunterschriften wurde verzichtet.)

 


 

Gefiltert & Schwarz-Weiss:


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