Auf analogen Pfaden - Altes wieder hervorholen

Villingen - Der Blick auf die Türme des Münsters von Villingen
Villingen - Der Blick auf die Türme des Münsters von Villingen

 

Nach 16 Jahren, in denen ich mich der Digitalfotografie gewidmet habe, habe ich ein Niveau erreicht, mit dem ich recht zufrieden bin und das es mir in gewisser Weise erlaubt, mich zu "entspannen". Das bedeutet natürlich nicht, dass ich nicht weiterhin Neues dazulernen werde. Aber mir scheint, dass dies der richtige Zeitpunkt ist, um mich wieder der analogen Fotografie zu widmen und um wieder damit anzufangen.

 

Ich bin froh, in einer Zeit geboren zu sein, in der die digitale Welt noch keine Rolle in der Fotografie spielte. Ich habe mit der analogen Fotografie vor über vier Jahrzehnten begonnen, und das war eine hervorragende Voraussetzung, um dieses Metier von Grund auf kennen und verstehen zu lernen.

Später konnte ich mich in die neue "Sphäre" der Digitalfotografie vorwagen. Jetzt bin ich dankbar, dass ich diese beiden Welten in meiner Tätigkeit als Fotografin integrieren kann, auch wenn es sich nur um ein Hobby handelt, das ich mit großer Freude und Leidenschaft ausübe.

 

 

Wenn man sich die Fotos anschaut, so fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt.

Die analoge Fotografie stellt eine gewisse Herausforderung dar. Hier geht es nicht nur ausschließlich um Perfektion, sondern auch um Emotion. Das analoge Bild hat einen unverkennbaren Charakter und einen ganz eigenen typischen Flair, an den das digitale Foto einfach nicht herankommt. 

Beim analogen Fotografieren hat man seine ganz persönliche Handschrift. Der Status der neuesten digitalen Kameratechnik spielt hier keine Rolle. Hält man eine alte analoge Kamera in der Hand, hat man das Gefühl, einen alten Schatz vergangener Tage zu greifen. Die Wertigkeit für etwas erhält wieder neu einen längst in der Vergessenheit geratenen Sinn. Während digitale Bilder zunächst nur auf dem Bildschirm eines Computers oder eines Smartphones existieren, sind analoge Bilder greifbar und einzigartig, egal, ob es sich um das Negativ oder ob es sich um das Foto auf dem Papier handelt.

Es ist ein schönes Abenteuer - zumindest ist es für mich so - mit einer "Analogen" aufzubrechen und Aufnahmen zu machen. Wer weiß, wie die Fotos wohl geworden sind? Hat man sich für den richtigen Film entschieden? Wie sehen die Fotos mit unterschiedlich genutzten Filmen aus? Fasziniert mehr die SW-Aufnahme oder das bunte Foto? Wann nutze ich eher einen SW-Film, wann einen Color-Film? Die analoge Fotografie führt zum Nachdenken. Gedanken, die man sich nicht unbedingt bei der digitalen Fotografie macht, sind für die analoge Fotografie wichtig und entscheidend. Wenn ich beispielsweise einen SW-Film in der Kamera eingelegt habe, so kann ich nicht per Knopfdruck auf bunt umschalten. Dann muss ich mit der Entscheidung zurechtkommen, für die ich mich in dem Moment entschieden habe. Es gibt kein Zurück mehr. 

Die Jagd nach dem "richtigen" Motiv ist bei der analogen Fotografie genauso gegeben wie bei der digitalen Fotografie. Ich habe jedoch bei meiner ersten Unternehmung mit meinen "Analogen" deutlich gespürt, dass ich mich häufiger und intensiver gefragt habe, wie ich ein Bild aufnehme und die Szene ins sprichwörtlich "richtige Bild" setze. Die Sinne werden offensichtlich mehr geschärft. Die analoge Fotografie holt einen in eine spürbare und sinnerfüllende Welt zurück, die heutzutage in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Es ist an der Zeit, diese wieder hervorzuholen....  

 

An einem sonnigen Samstag habe ich also nach einer ganzen Weile mein erstes analoges Projekt gestartet und bin mit zwei verschiedenen Kameras (Nikon F80 & Nikon F-601 AF) in Villingen unterwegs gewesen.

In der Nikon F80 habe ich den SW-Film KENTMERE PAN 400 und in der Nikon F-601 habe ich den SW-Film AGFAPHOTO APX 100 eingelegt. Zwei unterschiedliche Kameras mit zwei unterschiedlichen Filmen - ein kleines Experiment nach 16 Jahren analoger Abstinenz. Zu dem kam, dass sich an meinem Objektiv ein Defekt einstellte: Der Zoom ließ sich nicht mehr geschmeidig drehen und wurde immer schwergängiger. Hier brauchte ich hin und wieder Kraft, um ihn an die Position zu setzen, die mir in dem Augenblick richtig erschien. Zum Glück funktionierte aber das Fokussieren einwandfrei. Ein neues Abenteuer mit leichten Hindernissen...

 

An diesem Tag suchte ich nicht die typisch touristischen Örtlichkeiten Villingens auf, sondern hielt mich in Sträßchen oder Gassen auf, die auch eine andere Seite dieser Stadt aufzeigen. 

 

 

Auf analogen Pfaden:

(Alle Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern. Auf Bildunterschriften wurde verzichtet. Bei beiden Kameras wurde folgendes Objektiv genutzt: Nikon AF Nikkor 35-80mm F/4-5,6 D)

  • Nikon F80:

 

  • Nikon F-601 AF:

Wer sich dafür interessiert, welchen Weg ich zur Entwicklung und Digitalisierung analoger Filme gegangen bin, kann dies in folgendem Beitrag nachlesen:


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