Naturnahe Wälder

Der Naturwald
Der Naturwald

 

 

Grau und trüb ist es, als ich im NSG „Hohbruch“ und zu einem nahegelegenen Wäldchen unterwegs bin. Schaut man in die Weite, so sind die Konturen in der Landschaft nicht klar erkennbar. Im fotografischen Bereich würde man sagen, dass ein Bild rauscht. Die Farben sind sehr gedämpft zu dieser Jahreszeit. Lediglich das Grün der Flechten und Moose und die orangefarbenen Zweige und Äste manch junger Weidenarten stechen hervor und sorgen für einen farblichen Kontrast.

 

 

 

 

 

 

(Alle Bilder wurden mit einer Panasonic Lumix DMC-FZ150 aufgenommen & lassen sich per Anklicken vergrößern)

 

Landschaften & Wege an einem trüben Wintertag:

 

Nach einem kleinen Fußweg erreiche ich das Wäldchen und gehe dort hinein. Hier stehen junge und alte Bäume. Dazwischen liegen überall auf dem Boden verstreut Baumwurzeln, Stümpfe, herabgefallene Äste, Totholz und ein Blättermeer, das aus mehreren Generationen Blattwerk aus vergangenen Jahren besteht. Mancher toter Baumstamm steht noch seinen „Baum“ und ist durchlöchert. Hier haben Spechte ihr Revier. Es handelt sich hier um einen Naturwald.

 

Naturwälder haben einen hohen Nutzen. Die Bäume dürfen ungestört alt werden und auch in abgestorbenem Zustand im Wald bleiben. Totholz ist überall zu sehen. Tothölzer bilden Lebensräume, von denen abhängige Tierarten wie beispielsweise Spechte, Eulenvögel oder Fledermäuse profitieren. Sie sind aber auch eine wichtige Lebensgrundlage für Moose, Flechten, Pilze, Käfer, Ameisen, Wildbienen und Schmetterlinge.

Besonders gegenüber klimatischen Veränderungen sind naturnahe Wälder anpassungsfähiger. Durch Verdunstung von Wasser, das sowohl im lebenden wie im abgestorbenen Holz vorhanden ist, schafft sich der Wald ein eigenes Klima, extreme Hitze wird so abgepuffert. Verrottendes Holz baut Humus auf, wodurch die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und damit auch das Selbstkühlungsvermögen des Waldes erhöht wird. Jedes Grad, um das die Temperatur sinkt, bremst die Verdunstung.

Im Allgemeinen können Wälder Dürre und Hitzeperioden auch dadurch besser überstehen, indem weniger Holz geschlagen wird. Die Schaffung größerer Lichtungen wird so gemieden und die verbleibenden Bäume sind nicht der Sonne, dem Wind und der Witterung schutzlos ausgesetzt.

Auch die Böden eines Naturwaldes sind von unschätzbarem Wert. Der Waldboden mit seinen Wasservorräten, Pilzen und Mikroorganismen bildet ein zentrales und wichtiges Ökosystem.

Ich schaue mich um und bin nun inmitten eines kleinen Naturwäldchens und bin begeistert von der Atmosphäre und von der Ausstrahlung, die von ihm ausgeht. Ein Kleinod, ein Schmuckstück...

Ich kann mich glücklich schätzen, solch einen kostbaren Schatz in der Nähe meines Wohnortes zu haben und besuchen zu dürfen.

 

Faszination "Naturwald":

"Wer sich für die Natur keine Zeit nimmt, wird sie auch nie richtig verstehen lernen."

(Homepageherausgeberin, *1966)

 

 


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